Montpellier – eine der größten Städte an der französischen Mittelmeerküste
In der Sonne liegen, im Mittelmeer baden und das unbeschwerte Leben auf dem Campingplatz genießen – das waren die Höhepunkte unseres ersten Urlaubs in Südfrankreich. Aus einer Begegnung mit einer französischen Familie auf einem Campingplatz entwickelte sich damals eine tiefe Freundschaft.
Bei unseren späteren Besuchen in Südfrankreich hatten wir dadurch ganz besondere Reiseführer an unserer Seite. Sie brachten uns die Kultur, die Geschichte und die Besonderheiten dieser Region näher. Diese Eindrücke und die vielen gemeinsamen Erlebnisse möchten wir nun an Sie weitergeben.
Beginnen wollen wir unsere Reise mit Montpellier.
Montpellier ist mit rund 310.000 Einwohnern eine der größten Städte an der französischen Mittelmeerküste. Die Stadt liegt im Département Hérault und gehört zur Region Okzitanien. Diese französische Region entstand am 1. Januar 2016 durch den Zusammenschluss der bisherigen Regionen Languedoc-Roussillon und Midi-Pyrénées.
Nicht alles, was interessant und spannend ist, können wir zeigen. Doch einige ihrer wichtigsten Sehenswürdigkeiten möchten wir gemeinsam mit Ihnen entdecken. Dazu gehören der Place de la Comédie, die gotische Kathedrale Saint-Pierre, der Botanische Garten, die Porte du Peyrou sowie das historische Wasserreservoir Château d’Eau.
Kommen Sie mit auf einen kleinen Rundgang durch Montpellier!
Der Place de la Comédie verdankt seinen Namen der Opéra Comédie, deren erstes Theatergebäude 1755 eröffnet wurde. Ein besonderer Blickfang ist der Brunnen der Drei Grazien (Fontaine des Trois Grâces), der 1797 auf dem Platz aufgestellt wurde.
Zwischen dem Hauptbahnhof und der historischen Altstadt gelegen, ist der weitläufige Platz das pulsierende Herz der Stadt und ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher gleichermaßen.
Der Place de la Comédie
Unsere Besichtigungstour und Bilderreise beginnen auf dem Place de la Comédie, einem der zentralen und bekanntesten Plätze Montpelliers.
Mit dem Auto direkt ins Zentrum zu fahren, ist nicht unbedingt empfehlenswert. Für unseren Ausflug nutzen wir daher lieber die Straßenbahn. Geparkt wird am Stadtrand auf einem der ausgewiesenen Park-and-Ride-Plätze, die in Montpellier auch als Park & Tram bezeichnet werden. Von dort bringt uns die Straßenbahn bequem und direkt ins Stadtzentrum, zum Place de la Comédie.
Schon beim Betreten des Platzes beeindrucken seine Größe und die prachtvolle Architektur. Rechts und links säumen wunderschöne historische Gebäude mit reich verzierten Fassaden den Platz. Zahlreiche Cafés und Bistros laden zum Verweilen ein. Unter schattenspendenden Sonnenschirmen lässt sich ganz entspannt ein Kaffee genießen – und dabei das lebendige Treiben beobachten.
Wer gerne einkaufen geht, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Rund um den Platz und in den angrenzenden Straßen warten zahlreiche Geschäfte darauf, entdeckt zu werden.
Die repräsentativen Bauten mit den reich verzierten Fassaden geben dem Platz ein mondänes Aussehen. | In den Straencafés kann man entspannen und findet unter den Sonnenschirmen Schatten vor der intensiven Sonne. |
Unser Rundgang durch die Altstadt
Wir beginnen unseren Rundgang am Brunnen vor dem Parc de l’Esplanade Charles-de-Gaulle. Unter den Platanen, die rechts und links der breiten Promenade stehen, herrscht eine angenehm kühle Atmosphäre. Auf der einen Seite entdecken wir stattliche und attraktive Villen, auf der anderen hat man auch an die jüngsten Besucher gedacht: Ein großer Spielplatz mit zahlreichen Spielgeräten lässt Kinderherzen höherschlagen.
Vor dem Musée Fabre biegen wir in eine der schmalen Gassen der Altstadt ein. An der Rückseite des Museums begegnet uns ein Künstler mit Palette und Pinsel in der Hand – offenbar auf der Suche nach neuen Motiven. Leider reicht unsere Zeit nicht, um die zahlreichen Kunstschätze des Museums zu bewundern. Ein Besuch wäre sicherlich lohnenswert.
In den schattigen, engen Gassen herrscht ein ungezwungenes mediterranes Treiben. Autos sind hier nicht erlaubt, doch hin und wieder müssen wir einem Motorrollerfahrer ausweichen. Interessante Geschäfte und kleine Boutiquen ziehen unsere Blicke auf sich. Dazwischen haben sich gemütliche Cafés und Restaurants angesiedelt, die zum Verweilen einladen.
Besondere Aufmerksamkeit schenken wir auch den Fassaden der historischen Häuser. Viele sind mit liebevollen Zierelementen geschmückt. Besonders faszinieren uns die schmiedeeisernen Balkongitter mit ihren unterschiedlich gestalteten Ornamenten. Sträucher und Blumen bringen zusätzlich Farbe und Leben auf die Balkone. Große Balkontüren lassen sich bei Bedarf durch hölzerne Fensterläden verschließen. Auch die Bäume in den engen Gassen breiten ihre grünen Blätterdächer aus und sorgen dafür, sodass die Häuser und Wohnungen selbst an heißen Sommertagen angenehm kühl bleiben.
Carré Sainte-Anne
Auf unserem Rundgang durch die Altstadt gelangen wir zur ehemaligen Kirche Carré Sainte-Anne. Sie wurde Während des Wirtschaftsaufschwungs von Montpellier im 19. Jahrhundert erbaut. Ihr majestätischer Glockenturm ist von fast überall in der Stadt aus zu sehen. Inzwischen wurde die Kirche entweiht und in einen Kulturraum (Carré Sainte-Anne) umgewandelt. So entstand ein ein Museum für zeitgenössische Kunst, in dem das ganze Jahr über Ausstellungen und Veranstaltungen stattfinden.
Das Carré Sainte-Anne wurde inzwischen in einen Kulturraum und ein Zentrum für zeitgenössische Kunst umgewandelt. Dort finden das ganze Jahr über Ausstellungen und Festivals statt. Dabei legt das Management besonderen Wert darauf, lokalen zeitgenössischen Künstlern – darunter Malern, Fotografen und bildenden Künstlern – eine Plattform zu bieten. Das umgestaltete Kirchenschiff verfügt über eine Ausstellungsfläche von 600 Quadratmetern. | Im Viertel rund um die Kirche herrscht mit seinen Plätzen und malerischen Gassen eine besonders angenehme Atmosphäre. Kunstgalerien, Geigenbauer sowie gemütliche Cafés und Restaurants haben sich hier angesiedelt. All dies unterstreicht den künstlerischen Anspruch des Viertels. |
Weiter geht unsere Tour durch die Altstadt. Dabei fällt uns auf, dass in den engen Gassen Kunstdrucke ausgestellt sind. Auch dies zeigt, welchen hohen Stellenwert die Kunst in Montpellier genießt. Schließlich zählt das Musée Fabre zu den bedeutendsten Kunstmuseen des Landes.
In einem gemütlichen Restaurant im Schatten der Bäume legen wir eine kleine Pause ein und stärken uns. Anschließend verlassen wir langsam die Altstadt. Ein Parkplatz ausschließlich für Motorroller – so etwas haben wir bisher noch nie gesehen – verrät uns, dass wir die Rue Foch erreicht haben, die auch als die „Champs-Élysées von Montpellier“ bezeichnet wird.
Man trifft sich, kommt ins Gespräch und genießt das gesellige Miteinander. | Kunst hat in Montpellier einen hohen Stellenwert. |
Besonders angenehm ist es, in einem schattigen Café unter Bäumen zu verweilen. | Ein eigener Parkplatz für Motorroller und Fahrräder |
Rue Foch
Die Rue Foch zählt zu den bedeutendsten Straßen Montpelliers. Sie verbindet die Altstadt mit der Porte du Peyrou und der Promenade du Peyrou. Neben luxuriösen Boutiquen und exklusiven Restaurants haben sich hier auch wichtige Institutionen angesiedelt, darunter die Präfektur und das im neoklassizistischen Stil erbaute Gerichtsgebäude. Am Ende der Straße erwartet uns der Höhepunkt unserer Besichtigungstour: Vor uns erhebt sich die Porte du Peyrou, auch bekannt als der „Arc de Triomphe“ von Montpellier.
Als repräsentative Verbindung zwischen der Präfektur und der Porte du Peyrou, dem Arc de Triomphe von Montpellier, kommt der Rue Foch eine besondere Bedeutung zu. Mit ihren eleganten Fassaden und luxuriösen Geschäften führt sie direkt zur historischen Porte du Peyrou und der dahinterliegenden Promenade. | Die Präfektur ist der Amtssitz des Präfekten, des höchsten Verwaltungsbeamten des Départements Hérault. Entsprechend ihrer Bedeutung befindet sie sich in zentraler Lage der Stadt. |
Der Place des Martyrs-de-la-Résistance liegt im historischen Zentrum von Montpellier. Es trägt seinen Namen zu Ehren der Märtyrer des Widerstands. Im Zweiten Weltkriegs war die nahe gelegene Präfektur | Das historische Gerichtsgebäude von Montpellier (Palais de Justice) ist ein denkmalgeschütztes Bauwerk im Herzen der Stadt. Heute sind dort das Schwurgericht und das Berufungsgericht untergebracht. Die übrigen Justizbehörden wurden inzwischen in einen neuen Justizpalast verlegt. |
Porte du Peyrou
Der von neoklassizistischen Gebäuden eingerahmte Triumphbogen steht vor uns und leuchtet in warmen Beige- und Ockertönen in der Sonne. Er wurde zu Ehren König Ludwigs XIV. errichtet.
Einst befand sich hinter dem Tor der Stadtgraben, der über eine Zugbrücke überquert werden konnte. Heute führt an dieser Stelle eine breite Straßenbrücke über den Graben.
Auf dem Triumphbogen weht die französische Trikolore. Der majestätische Anblick erinnert unweigerlich an Paris und den dortigen Arc de Triomphe. Über dem Torbogen prangt das Wappen des französischen Königshauses Bourbon. Blickt man hindurch, eröffnet sich eine Sicht auf die Grünanlage Promenade du Peyrou, die Reiterstatue Ludwigs XIV. und den Wasserturm Château d’Eau.
Die Rue Foch führt schnurgerade zur Promenade du Peyrou, wo sich Montpelliers eigener Triumphbogen befindet: die Porte du Peyrou. Das 1692 vom französischen Architekten François d’Orbay entworfene Bauwerk wurde zu Ehren König Ludwigs XIV. errichtet. Seine Reliefs und Medaillons erinnern an die Siege und die Herrschaft des Sonnenkönigs.
In der Nähe wurde 1718 eine Reiterstatue Ludwigs XIV. aufgestellt. Sehenswert sind außerdem der neoklassizistische Wasserturm Château d’Eau und die kunstvoll verzierte Zisterne am Ende des Aquädukts, das Wasser aus der 14 Kilometer entfernten Quelle Saint-Clément in die Stadt leitete. Die Parkanlage wurde 1774 vom Architekten Jean Giral fertiggestellt.
Promenade du Peyrou
Die Promenade du Peyrou gehört zu jeder Besichtigungstour durch Montpellier. Dort angekommen, stehen wir zunächst vor der Reiterstatue Ludwigs XIV. Anschließend entdecken wir den barocken Wasserturm Château d’Eau du Peyrou und das beeindruckende Aquädukt Saint-Clément.
Der barocke Wasserturm erhebt sich imposant am Ende des Platzes. Das darunterliegende Wasserbecken erfreut mit seinem kühlen Nass nicht nur Jung und Alt, sondern auch zahlreiche Hunde. Mit großer Begeisterung fischen sie kleine Bälle aus dem Wasser.
Eine Treppe auf der Rückseite des Wasserturms führt zu einem herrlichen Aussichtspunkt, von dem sich ein schöner Blick über Teile der Stadt eröffnet. Die 22 Meter hohen Arkaden des Bauwerks fügen sich harmonisch in das Gesamtbild der weitläufigen Promenade ein.
Das im 18. Jahrhundert errichtete Aquädukt Saint-Clément wurde zwischen 1753 und 1765 unter der Leitung des Ingenieurs Henri Pitot erbaut. Es erstreckt sich über eine Länge von 14 Kilometern. Besonders beeindruckend ist der rund 820 bis 880 Meter lange Arkadenabschnitt im Stadtviertel Les Arceaux, dessen Architektur an den berühmten Pont du Gard erinnert. Das Aquädukt diente dazu, die öffentlichen Wasserentnahmestellen und Brunnen der Stadt zu versorgen.
Wir genießen die beeindruckenden Bauwerke, den Blick über die Stadt und die gepflegte Parkanlage mit ihren akkurat geschnittenen Bäumen. Anschließend machen wir uns auf den Weg zur medizinischen Fakultät der Universität und zur Cathédrale Saint-Pierre, die nur wenige hundert Meter entfernt liegen.
In der Mitte des Platzes steht eine Statue Ludwigs XIV. Die ursprüngliche Statue wurde hier 1715, im Todesjahr des Königs, aufgestellt. | In der Mitte des Platzes steht eine Statue Ludwigs XIV. Die ursprüngliche Statue wurde hier 1715, im Todesjahr des Königs, aufgestellt. |
Wasserreservoir Château d’Eau mit seinen beiden 22 Meter hohen Arkaden nahe des Triumphbogens. Von dort aus wurden die Springbrunnen und öffentlichen Wasserentnahmestellen befüllt unter anderem auch die Fontaine des Trois Graces auf dem Place de la Comedie.
Das Aquädukt Saint-Clément wurde 1765 fertiggestellt. Die monumentale Wasserleitung erstreckt sich über eine Länge von 880 Metern durch das Stadtviertel Les Arceaux. Sie leitete Wasser aus der 14 Kilometer entfernten Quelle bei Saint-Clément in die Stadt und versorgte dort das Wasserreservoir Château d’Eau. | Die malerische Promenade du Peyrou bietet einen herrlichen Panoramablick über die Stadt. Das Bild zeigt das Wohnviertel Les Arceaux. |
Französische Dächer haben oft eine ganz eigene grafische Ästhetik und bieten dem Fotografen reizvolle Motive. | Die Promenade du Peyrou mit ihrer imposanten Reiterstatue Ludwigs XIV. ist ein wunderbarer Ort, um zu entspannen und die besondere Atmosphäre zu genießen. |
Université Montpellier (Medizinische Fakultät)
Gleich neben der Kathedrale befindet sich die medizinische Fakultät von Montpellier, deren Geschichte bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Bereits um 1137 wurde hier Medizin gelehrt. 1181 erlaubte Guilhem VIII., der damalige Herrscher von Montpellier, jedermann unabhängig von Herkunft und Stand, Medizin zu unterrichten. Am 17. August 1220 erhielt die medizinische Gemeinschaft ihre ersten offiziellen Statuten – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer der ältesten medizinischen Ausbildungsstätten Europas. Bis heute wird hier gelehrt und geforscht.
Zu den berühmten Persönlichkeiten, die mit der Fakultät verbunden sind, zählen der Schriftsteller und Arzt François Rabelais sowie Nostradamus, der sich 1529 dort einschrieb, sein Studium jedoch nicht nachweislich abschloss.
Ihren besonderen Ruf verdankt die Fakultät auch ihrer offenen Tradition: Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion – Juden, Muslime und Christen – trugen zum Wissensaustausch bei.
Vor dem Eingang erinnern die Bronzestatuen der bedeutenden französischen Mediziner Paul-Joseph Barthez und François Gigot de Lapeyronie an die lange medizinische Tradition der Stadt.
Dieser monumentale Brunnen, die Fontaine des Licornes (Einhornbrunnen), wurde 1773 auf dem Place de la Canourgue errichtet. Im Hintergrund erheben sich die mächtigen Türme der Cathédrale Saint-Pierre.
Gleich neben der Kathedrale liegt die 1220 gegründete medizinische Fakultät. Beide Gebäude sind eng miteinander verbunden und bilden ein eindrucksvolles Ensemble. Bereits ab 1137 wurde in Montpellier Medizin gelehrt. 1181 erlaubte Wilhelm VIII., der damalige Herrscher der Stadt, jedem, unabhängig von Herkunft und Stand, Medizin zu unterrichten und auszuüben. | Die medizinische Fakultät von Montpellier zählt zu den ältesten Europas, an denen bis heute gelehrt wird. Zu ihren berühmten Studenten gehörten François Rabelais und Nostradamus. Ihren guten Ruf verdankt sie auch ihrer frühen Offenheit gegenüber allen gesellschaftlichen Schichten und Religionen – Juden, Muslime und Christen. Zwei Bronzestatuen bedeutender französischer Ärzte bewachen den Eingang. |
Die mächtigen Türme der Cathédrale Saint-Pierre. | Die beiden mächtigen Rundtürme werden von einer ungewöhnlichen steinernen Überdachung gekrönt, die wie ein gewaltiger Baldachin über ihnen schwebt. |
Cathédrale Saint-Pierre de Montpellier
Baulich mit der medizinischen Fakultät verbunden ist die Cathédrale Saint-Pierre de Montpellier, unser nächstes Ziel auf dem Stadtrundgang. Sie ist eine römisch-katholische Kirche und Sitz des Erzbischofs von Montpellier. Ihre Ursprünge reichen bis ins Jahr 1364 zurück, als Papst Urban V. das Kloster-Kolleg Saint-Benoît-Saint-Germain gründete. Die dazugehörige Kirche wurde 1536 zur Kathedrale erhoben, nachdem der Bischofssitz von Maguelone (darüber berichten wir später) nach Montpellier verlegt worden war.
Im 16. Jahrhundert wurde die Kirche während der Religionskriege schwer beschädigt und anschließend mehrfach umgebaut. 1847 erhielt sie von Papst Pius IX. den Ehrentitel einer Basilica minor. Zwischen 1855 und 1875 wurde sie unter Leitung des Architekten Henri Revoil umfassend erweitert. Heute gilt sie als größte Kirche der ehemaligen Region Languedoc-Roussillon.
Besonders beeindruckend ist der mächtige Vorbau am Portal: Zwei gewaltige Rundpfeiler tragen einen baldachinartigen Überbau. Eine solche Architektur ist uns bisher noch nicht begegnet. Auch der Glockenturm birgt eine Besonderheit: Seine größte Glocke wiegt knapp vier Tonnen und misst rund 1,70 Meter im Durchmesser.
Während unserer Mittagspause ist die Kathedrale leider geschlossen. Nach einem kleinen Rundgang durch die engen, malerischen Gassen ist es schließlich so weit: Wir dürfen eintreten. Der Innenraum erstreckt sich über 95 Meter Länge, das Mittelschiff erreicht eine Höhe von fast 29 Metern. Die hohen, schlanken Säulen lenken den Blick hinauf zum gewaltigen Gewölbe. Zusammen mit den farbigen Kirchenfenstern entsteht eine lichtdurchflutete, beinahe schwerelos wirkende Atmosphäre. Einige Seitenkapellen sind mit großflächigen Gemälden geschmückt. Angesichts der imposanten Architektur erscheint mir die übrige Innenausstattung allerdings erstaunlich schlicht.
Die gotische Kathedrale Saint-Pierre entstand Ende des 14. Jahrhunderts auf Veranlassung von Papst Urban V. und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. Sie ist die größte Kirche der ehemaligen Region Languedoc-Roussillon. Besonders ungewöhnlich ist der baldachinartige Vorbau am Portal, der von zwei mächtigen Rundpfeilern getragen wird. Mit ihrer wuchtigen Bauweise erinnert die Kathedrale beinahe an eine mittelalterliche Burg oder Festung.
Ein Blick auf die mächtigen Türme zeigt, wie eindrucksvoll sich die wehrhaft wirkende Architektur der Kathedrale in den Himmel erhebt.
Im Inneren lenken die hoch aufstrebenden Säulen den Blick zur mächtigen Gewölbedecke. Zusammen mit den farbigen Kirchenfenstern verleihen sie dem gotischen Raum eine helle, luftige Atmosphäre. Einige Seitenaltäre sind mit großflächigen Wandgemälden geschmückt.
Die Cathédrale Saint-Pierre trägt den Ehrentitel einer Basilica minor, der vom Papst an bedeutende römisch-katholische Kirchen verliehen wird.
Nach der Besichtigung kommt eine kleine Verschnaufpause im kühlen Schatten gerade recht. | An Leinen aufgehängte Kunstmotive setzen farbige Akzente und unterstreichen die Bedeutung der Kunst im Stadtbild. |
In den engen Gassen und verwinkelten Straßen gibt es hinter jeder Ecke etwas Neues zu entdecken. | Die Fenstertüren und Balkone sind meist mit kunstvoll geschmiedeten Eisengittern geschmückt, die den Fassaden trotz ihrer massiven Bauweise eine gewisse Leichtigkeit verleihen. |
Jardin des Plantes
Nach unserer Besichtigungstour haben wir uns eine Pause verdient. Da kommt der nahe gelegene botanische Garten gerade recht – eine grüne Oase der Ruhe mitten in der Stadt.
Der Jardin des Plantes wurde 1593 von dem Arzt und Botaniker Pierre Richer de Belleval auf Veranlassung König Heinrichs IV. gegründet. Er gilt als ältester botanischer Garten Frankreichs. Ursprünglich diente er vor allem der medizinischen Forschung und der Ausbildung angehender Ärzte und Apotheker. Heute erstreckt sich die Anlage über rund 4,5 Hektar und beherbergt 2.679 Pflanzenarten.
Der 1593 unter Heinrich IV. gegründete Jardin des Plantes ist Frankreichs ältester botanischer Garten. Ursprünglich für medizinische Zwecke angelegt, beherbergt er heute über 2.000 Pflanzenarten – von Zypressenalleen und Palmen bis hin zu einem Bambuswald
Wildblumen | Olivenbaum | Bambuswald |
Eine Überraschung
Nach dem Besuch des botanischen Gartens neigt sich unsere Besichtigungstour durch das wunderschöne, kunst- und kulturreiche Montpellier langsam dem Ende zu. Doch unsere Freunde haben noch eine Überraschung für uns: Sie führen uns in eine schmale, verwinkelte Gasse, in der Tausende von Ansichtskarten übersichtlich auf Ständern präsentiert werden. Doch damit nicht genug! In den kleinen Geschäften entdecken wir eine unglaubliche Vielfalt an Bildern, Biografien und Kultgegenständen zahlreicher Künstler und berühmter Persönlichkeiten. Etwas Vergleichbares habe ich bisher noch nirgendwo gesehen. Ein wirklich außergewöhnlicher und großartiger Abschluss unserer Stadttour!
Kunst am Bau | Eine verwinkelte Gasse, in der sich kleine Geschäfte aneinanderreihen. Überall locken Tausende von Ansichtskarten, Bilder und außergewöhnliche Kultobjekte berühmter Künstler zum Stöbern und Entdecken. | Überall gibt es Bilder und Biografien zu entdecken – eine faszinierende Vielfalt, die zum Stöbern und Staunen einlädt. |
Port Marianne – das moderne Montpellier
Zum Abschluss unserer Besichtigung wollen wir noch einen Blick auf das moderne Montpellier werfen. Port Marianne liegt am östlichen Rand der Stadt und ist ein vergleichsweise junger Stadtteil, dessen Entwicklung vor allem in den vergangenen Jahrzehnten vorangetrieben wurde. Moderne Architektur prägt das Viertel mit zahlreichen Büros, Geschäften und Wohnungen. Seit 2011 befindet sich hier auch das neue Rathaus. Mit diesem Stadtentwicklungsprojekt soll Montpellier weiter in Richtung Mittelmeer wachsen und sich stärker zur Küste hin öffnen. Das Meer ist nur etwa zehn Kilometer entfernt, der beliebte Badeort Palavas-les-Flots mit seinem schönen Sandstrand rund 15 Kilometer.
Ein besonders außergewöhnlicher Blickfang ist der Arbre Blanc (Weiße Baum). Der 56 Meter hohe Wohnturm umfasst 17 Etagen und fällt durch seine weit auskragenden Balkone auf, die wie Äste eines Baumes in alle Richtungen wachsen. Neben Wohnungen beherbergt das Gebäude eine Galerie für zeitgenössische Kunst sowie ein Restaurant. Ganz oben, im 17. Stock, befindet sich eine Bar mit beeindruckendem Panoramablick über die Stadt und bis zum Mittelmeer.
Mediterranes Lebensgefühl | Im Hintergrund das neue Rathaus | Moderne Wohnanlagen |
Parkanlage im Herzen von Port Marianne | L’Arbre Blanc – der weiße Baum | Farbenspiele an den Häuserfassaden |
Montpellier ist eine wunderschöne Stadt voller Kultur und Geschichte. Besonders faszinieren die verwinkelten Gassen der Altstadt, die prachtvollen Stadthäuser entlang der großen Plätze und Straßen sowie die beeindruckenden Baudenkmäler vergangener Zeiten.
Unvergesslich bleiben für uns die Porte du Peyrou, die Promenade du Peyrou und die Cathédrale Saint-Pierre. Wir haben Montpellier mit vielen schönen Eindrücken und besonderen Erinnerungen verlassen. Es war ein Stadtrundgang, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
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Quellen für Daten und Fakten Wikipedia, ChatGPT
Text und Fotos copyright E. u. P. Westerwalbesloh

















































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